Achtsamkeit und Mitgefühl

Einer der Grundsätze der Verhaltenstherapie ist es, mit dem zu arbeiten, was aktuell ist, und sich immer wieder auf die Wahrnehmungen im Hier und Jetzt zu besinnen. Viele Probleme hätten wir nicht, wenn wir darin geübt wären, unsere Aufmerksamkeit auf die Gegenwart und ihre verschiedenen Facetten zu lenken. Oft ist unsere Aufmerksamkeit aber auf Gedanken über die Zukunft oder die Vergangenheit gerichtet, obwohl dies gerade nicht hilfreich ist. Diese Gedanken hängen wiederum mit unangenehmen Gefühlen und Verhaltenstendenzen zusammen, die uns nicht immer gut tun. Ein anderes Hobby unseres Gehirns ist es, alles zu bewerten, was passiert, möglichst schnell, und im Zweifelsfall als schlecht. Um auf diese – evolutionär sinnvolle – Falle nicht immer wieder hereinzufallen, braucht es Übung.

Das heißt nicht, dass es unsinnig ist, sich mit Erinnerungen und Plänen zu beschäftigen. Es ist sogar sehr wichtig, Erinnerungen zu erkennen und gut „abzulegen“. Und auch Ziele und Pläne sind wichtig, um ein gutes Leben zu führen. Ebenso ist das Bewerten überlebensnotwendig.

Dabei ist es aber aus meiner Sicht wichtig, all diese Prozesse steuern zu können, und nicht immer und immer wieder auf die eigenen Muster „hereinzufallen“. Die Entwicklung von Mitgefühl den eigenen Prozessen und anderen Menschen gegenüber ist hierfür ebenso wichtig, wie die Lenkung der Aufmerksamkeit.

Mit Hilfe von Achtsamkeitsübungen vermittle ist eine innere Haltung, die von wacher Aufmerksamkeit, Akzeptanz und Mitgefühl, aber eben auch Distanz und Gelassenheit geprägt ist.

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